Hören ist Vorsorge

Hörgeräte verhelfen zu mehr Lebensqualität? Auf jeden Fall! Aber es geht um mehr als das: Sie schützen ihre Träger auch vor weiteren Folgen unversorgter Hörminderung. Dazu gehören Demenz und Depressionen.

WHO World Report on Hearing

Zum Welttag des Hörens am 3. März veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ergebnisse und Empfehlungen der ersten globalen Untersuchung zu Hörminderung und ihrer Versorgung. Demnach leben 1,5 Milliarden Menschen weltweit mit einem Hörverlust. Von den 10 Millionen Menschen in Deutschland, die nach eigenen Angaben mit einer Schwerhörigkeit leben, sind fast 6 Millionen signifikant beeinträchtig. Allerdings unternimmt nur ein Drittel etwas dagegen.

Experten aus Gesundheitspolitik, Medizin und Hörakustik diskutieren zum Welttag des Hörens in einer digitalen Debatte die Ergebnisse und Implikationen des ersten World Hearing Reports der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Report on Hearing erfasst erstmals den aktuellen, globalen Status quo von Ohr- und Hörproblemen, der Ursachen von Hörverlust sowie kosteneffektiver klinischer und öffentlicher Gesundheitslösungen. Neben den aktuellen Herausforderungen beleuchtet der Bericht mögliche Lösungen und gibt Handlungsempfehlungen für die weitere Integration von Ohr- und Hörversorgung in die allgemeine Gesundheitsversorgung der WHO-Mitgliedstaaten.

Der vollständige Report steht hier zum kostenfreien Download bereit.
Das WHO Factsheet Deutschland können Sie hier herunterladen.

Gutes Hören beugt Demenz vor

Laut einer aktuellen Studie der Lancet Kommission für Demenzprävention können bis zu 40 Prozent der Demenzerkrankungen verhindert oder zumindest verzögert werden. Eine Schwerhörigkeit im mittleren Lebensalter ist mit 8 Prozent der größte beeinflussbare Risikofaktor einer Demenzerkrankung. Damit ist die rechtzeitige Versorgung von Schwerhörigkeit für die Demenzvorsorge bedeutender als zum Beispiel zu hoher Blutdruck oder Übergewicht. In Deutschland gehen die Experten von Alzheimer Europe davon aus, dass die Zahl der Demenzerkrankten von 1,6 Millionen im Jahr 2018 auf 2,7 Millionen im Jahr 2050 ansteigt. Durch die frühzeitige Versorgung einer Schwerhörigkeit lässt sich das individuelle Demenzrisiko deutlich senken.

Hörversorgung schützt vor Depressionen

Der Zusammenhang zwischen Depression und Schwerhörigkeit ist in Deutschland noch wenig bekannt. Eine Studie des US-Gesundheitsministeriums zeigt allerdings: 11,4 Prozent der Erwachsenen mit schwerem Hörverlust fühlen sich depressiv, während der Anteil bei Menschen mit gesundem Gehör mit 5,9 Prozent nur halb so hoch ist. Ein Zusammenhang, den sich laut EuroTrak-Studie 2018 nur ein Drittel der Menschen in Deutschland vorstellen kann. Eine französische Langzeitstudie fand heraus, dass insbesondere schwerhörige Männer ein um 43 Prozent höheres Risiko verzeichnen, an einer Depression zu erkranken, sofern sie ihre Hörminderung nicht durch Hörgeräte ausgleichen.

Gut zu hören spart Geld!

Infografik HörminderungDie Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs“ von Prof. em. Bridget Shield, Brunel University London, beziffert die volkswirtschaftlichen Folgekosten unversorgter Hörminderung in Europa. Laut den Zahlen für Deutschland tragen von 5,8 Millionen Menschen (über 15 Jahre) mit einer beeinträchtigenden Hörminderung lediglich 2 Millionen Hörgeräte. Die jährlichen Kosten des Versorgungsdefizits aufgrund von Produktivitätsverlusten, wie z.B. häufigere Arbeitslosigkeit und gesunkener Lebensqualität belaufen sich auf 39 Milliarden Euro. Pro Person mit unversorgtem Hörverlust sind das 10.300 Euro jährlich. Regelmäßige Hörtests und die qualifizierte Versorgung einer Hörminderung leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Folgeerkrankungen -und kosten.

Informationsbroschüre „Hören. Der Sinn deines Lebens“

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