Hörversorgung von Kindern

Ein beeinträchtigtes Gehör ist bei Kindern leider keine Seltenheit. Bleibt eine Hörminderung im Kindesalter unerkannt, kann es zu Lernschwierigkeiten und Benachteiligungen in der motorischen Entwicklung kommen. Deshalb wird ihnen zum Welttag des Hörens 2022 ein eigener Themenschwerpunkt gewidmet.

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Während manche Kinder von Geburt an schwerhörig sind, kann eine Hörstörung aber auch nach einer Frühgeburt, einer Schädelverletzung oder einer Infektion wie einer Mittelohrentzündung auftreten. Um frühzeitig festzustellen, ob mit den Ohren unserer Kleinen alles in Ordnung ist, wird standardmäßig in Deutschland bei jedem Säugling nach der Geburt ein Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt. Aber auch während der Entwicklungsphase eines Säuglings und Kleinkindes gibt es Anzeichen, die auf eine mögliche Hörminderung hindeuten können. Nach dem Neugeborenen-Hörscreening wird bei der sogenannten U8-Untersuchung das Gehör noch einmal überprüft. Dabei handelt es sich um eine Vorsorge für Kinder zwischen dem 46. und 48. Lebensmonat, also eine U-Untersuchung mit 4 Jahren. Der Arzt überprüft, ob sich das Kind sprachlich und motorisch altersgemäß entwickelt hat. Außerdem testet er Hör- und Sehvermögen.

Das Gehör von Kindern und Jugendlichen ist ganz besonders empfindlich. Zudem können sie bis zu einem gewissen Alter nicht selbst einschätzen, was für sie zu laut ist. Damit es idealerweise gar nicht erst zu einer Hörminderung kommt, gibt es speziell auf Kinderohren zugeschnittenen Gehörschutz. Hörakustiker oder auch Apotheker stehen bei der Auswahl beratend zur Seite.

Anzeichen für eine Hörminderung in den ersten Lebensmonaten

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Hörsystem-Versorgung bei Kindern

Die Versorgung mit Hörsystemen im Säuglings- und Kleinkindalter weicht in vielen Punkten erheblich von der Versorgung bei Erwachsenen ab. Um Art, Grad und Verlauf der Hörstörung genau zu erfassen, sind gründliche und umfangreiche Hörprüfverfahren notwendig, bevor mit den Hörsystem-Versorgungen begonnen werden kann. Dazu gehören Verfahren, wie die Reflex- und Verhaltensaudiometrie, sowie Messungen, die die Leistung des Mittelohres, des Innenohres und der Hörbahn erfassen. All diese Verfahren können bereits im Säuglingsalter angewandt werden. Die Hörsystem-Versorgung erfolgt in der Regel auf beiden Ohren. Neben klassischen (im oder hinter dem Ohr getragenen) Hörgeräten gibt es noch weitere Versorgungsoptionen.

Kostenübernahme

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen eine qualitativ hochwertige, eigenanteilsfreie Versorgung hörgeminderter Kinder und Jugendlicher mit Hörsystemen. Zur Versorgung durch den Hörakustiker gehören die Beratung bei Auswahl, Anpassung von Hörsystemen, die Lieferung von Hörsystemen, Kinderwinkel und Zubehör, die Durchführung der Nachbetreuung (einschließlich Beratung, Anpassungen, Einstellungen etc.), Reparaturen, Wartung und Instandhaltung.
Speziell für die Versorgung von Kindern qualifizierte Hörakustiker in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Akustikersuche, wenn Sie Ihre Suchergebnisse nach dem Stichwort „Pädakustik“ filtern.

Wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen

Leidet ein Kind unter einer hochgradigen oder an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit und eine Behandlung mit Hörgeräten reicht nicht aus, dann bietet sich ein Cochlea-Implantat (CI) an. Kindern mit einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, deren Haarsinneszellen in der Cochlea, der Hörschnecke im Innenohr, fehlen oder beschädigt sind, ermöglicht ein Cochlea-Implantat gut zu hören, indem es den geschädigten, nicht mehr funktionierenden Teil des Innenohrs überbrückt.

Selbst für Kinder, die unter einer angeborenen Taubheit leiden und bei denen kein Hörnerv vorhanden oder dieser defekt ist, gibt es Lösungen – sogenannte Hirnstammimplantate.

Neben Hörimplantaten können auch Knochenleitungsgeräte eine geeignete alternative Versorgungsform sein. Bei Knochenleitungsgeräten wird der Schall durch den Schädelknochen direkt zum Innenohr weitergeleitet. Sie werden hinter dem Ohr getragen und erzeugen Vibrationen statt Schall. Damit wird das Außen- und Mittelohr umgangen. Für Kinder mit äußeren Fehlbildungen, etwa an der Ohrmuschel, sind Knochenleitungsgeräte häufig die einzige Möglichkeit, eine Hörversorgung zu ermöglichen. Sie können unter anderem als praktisches Stirnband getragen werden. Mehr zu Knochenleitungsgeräten für Kinder erfahren Sie hier.

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