Hörversorgung ab 50

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  1. Gründlicher Hörtest zur Feststellung der Hörfähigkeit.
  2. Bei Hörminderung: Medizinische Diagnose der Ursachen und Festlegung der geeigneten Therapie durch einen HNO-Arzt. Ab einem Hörverlust von 20 % kann gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ein Anspruch auf eine Hörsystemversorgung bestehen. Hierfür erhält der Patient eine Verordnung des HNO-Arztes.
  3. Ein Hörakustiker berät, hilft bei der Auswahl der Hörgeräte und passt ein Hörsystem auf die individuellen Bedürfnisse hin an.
  4. Auch nach der Erstanpassung bleibt der Hörakustiker ein enger Partner: Er führt Feinjustierungen, Wartungen und regelmäßige Kontrollen des Hörsystems durch.

Hörtest

Medizinische Diagnose durch einen HNO-Arzt

Vorgespräch beim Hörakustiker

Individuelle Anpassung des Hörsystems

Praxistest im Alltag

Regelmäßige Kontrolle

Hals-Nasen-Ohrenärzte und Hörakustiker sind die primären Begleiter auf dem Weg zu guter Hörversorgung.

Nach einem durchgeführten Hörtest, stellt der HNO-Arzt eine Diagnose und verweist, nach Bestimmung der geeigneten Therapie, an den richtigen Ansprechpartner. Der Hörakustiker steht im nächsten Schritt bei der Auswahl des richtigen Hörsystems zur Seite und hilft außerdem bei Feinjustierung und Wartung. Auch kontrolliert er das Hörsystem regelmäßig.

Ab 50 Jahren lässt unser Gehör oft nach – in vielen Fällen schleichend, manchmal sogar jahrelang unbemerkt und unbehandelt.
Menschen, die nur selten oder gar keine Hörtests machen, verzichten darauf, sich Gewissheit über ihre Hörfähigkeit zu verschaffen. Die Gründe können vielfältig sein und von mangelnder Information über gesundheitliche Folgen bis zur Befürchtung reichen, eine evtl. notwendige Hörversorgung könnte teuer werden.

HNO-Ärzte empfehlen regelmäßige Hörtests (spätestens) ab dem 50.Lebensjahr.

Laut der aktuellen EuroTrak Germany Hörstudie hat ein Drittel (35%) der 50 – 60 Jährigen noch nie einen Hörtest gemacht, bei 27 Prozent liegt der letzte Hörtest mehr als fünf Jahre zurück.

Anzeichen einer Hörminderung bei sich und anderen

Schwerhörigkeit ist ein schleichender Prozess und fällt oft der Umgebung eher auf als den Betroffenen selbst. Die Bewertung folgender Situationen bieten einen ersten Eindruck der eigenen Hörfähigkeit:

Ich habe oft Schwierigkeiten Kinder und Frauen zu verstehen oder Naturgeräusche zu hören

Hohe Frequenzen gehen bei einer Hörminderung oft als erstes verloren. Sind hohe Kinder- oder Frauenstimmen schwer verständlich, ist eine Hörminderung möglich. Selbiges gilt für hochfrequente Naturgeräusche wie Vögel oder Grillen.

Ich muss oft darum bitten, eine Aussage zu wiederholen

Besonders Flüstergeräusche oder laute Umgebungen, wie in Bussen oder Restaurants, sind für Schwerhörige eine Herausforderung.

Umgebungsgeräusche erscheinen of unangenehm laut

Stille dank Hörminderung? Mitnichten! Sind hohe Töne schwer verständlich, Straßen- oder Baulärm hingegen umso lauter, kann dies auf eine Hörminderung hindeuten.

Andere sagen mir, dass ich meinen Fernseher zu laut einstellen würde

TV oder Radio einfach lauter drehen, ist eine verbreitete Form von Kompensation bzw. Verdrängung einer beginnenden Hörminderung.

  • MArtin Immenkemper
    Hören ist die Basis für unsere Kommunikation. Deshalb ist Hören in jedem Alter wichtig, weil wir immer kommunizieren wollen.

    Martin ImmenkemperKlangspektrum

  • Juliane Dettling-Papargyris
    Jeder sollte wissen, dass das Gehör eine Leistung von Gehirn und Ohren ist. Deshalb umfassen ganzheitliche Hörlösungen ein strukturiertes Hörtraining für das Gehirn und individuell angepasste Hörgeräte für die Ohren. Damit Betroffene ihr Leben trotz Höreinschränkung frei gestalten können.

    Dr. Juliane Dettling-PapargyrisWissenschaftliche Leiterin terzo-Institut, Dipl. Biologin

  • Ing. Thomas Aigner
    Sorgfältige HNO-ärztliche Abklärung, moderne, leistungsfähige Hörsysteme und eine individuelle Anpassung der Hörsysteme und Nachsorge durch den Hörakustiker vor Ort. Der richtige Weg zum KOMMUNIZIEREN und zur HÖRGESUNDHEIT für ALLE. Denn HÖREN VERBINDET!

    Ing. Thomas AignerPräsident, Verband der Hörakustiker Österreichs VHÖ

Der Weg zum Hörsystem

Wie läuft ein Hörtest ab?

1. Der Hörtest beim Hörakustiker

ist der erste Schritt. In Schallisolierten Kabinen wird die persönliche Hörschwelle für unterschiedliche Tonhöhen (Frequenzen) und das Sprachverstehen in verschiedenen Lautstärken bestimmt.

2. Hörsystemverordnung:

Hat der Hörakustiker eine Hörminderung festgestellt, folgt die ärztliche Diagnose durch einen HNO-Arzt. Anschließend übernimmt der Hörakustiker die Versorgung mit einem Hörsystem.

3. Hörberatung und Anpassung:

Der Hörakustiker berät auf Basis persönlicher Vorlieben und privater sowie beruflicher Lebenssituationen, welches Hörsystem das geeignete ist. Neben Design-Aspekten sind technische Funktionen – von Störlärmunterdrückung bis hin zur Konnektivität via Bluetooth – für die Auswahl entscheidend.

4. Feinjustierung:

Anschließend wird jeder einzelne Kanal des Hörsystems auf die individuelle Hörkurve abgestimmt. Hörakustiker suchen gemeinsam mit ihren Kundinnen und Kunden nach der richtigen Balance zwischen optimalen Sprachverstehen und angenehmen Klang.

5. Laufende Kontrollen:

Nach Abschluss der Erstausstattung unterstützen Hörakustiker bei allen Fragen rund um Handhabung und Pflege. Vom Batteriewechsel bis zu Reparaturen, stehen Hörakustiker über die gesamte Lebensdauer des Hörsystems zur Verfügung.

Wer trägt die Kosten für die Hörsystem-Versorgung?

Bei einer Vorliegenden entsprechenden Indikation übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Hörsystem-Versorgung bis zu einem Festbetrag von derzeit 704,37 Euro pro Hörgerät. Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit kann der Zuschuss auf rund 735 Euro pro Hörsystem ansteigen. Die tatsächliche Höhe des Zuschusses kann je nach Krankenkasse und bestehendem Versorgungsvertrag im Detail variieren.

Hörakustiker und HNO-Ärzte fordern Hörscreening ab 50 als Krankenkassenleistung

Da Hörvorsorge nachweislich nur unzureichend betrieben wird, bedarf es eines Impulses oder Anreizes, um noch mehr Menschen für die Pflege und regelmäßige Kontrolle ihres Hörsinns zu motivieren. Daher fordern der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie und der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO), einen Mini-Hörcheck ab dem 50. Lebensjahr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Hierfür hat das Wissenschaftliche Institut für angewandte HNO-Heilkunde (WIAHNO) einen kurzen Fragebogen entwickelt und wissenschaftlich prüfen lassen. Der Fragebogen lässt sich z.B. anlässlich eines Besuchs beim Haus- oder Facharzt in wenigen Minuten beantworten: In einer allgemein- oder fachärztlichen Praxis der Grundversorgung administriert die Assistenz in wenigen Minuten den Fragebogentest für einen ü-50 Patienten. Ist die Beantwortung auffällig, erhält der Patient eine Überweisung zu einem HNO-Facharzt für eine gründliche audiometrische Untersuchung.

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Mentale Gesundheit

Wenn das Hören anstrengend wird, leidet die Seele

Hören ist eine wichtige Voraussetzung für zwischenmenschliche Interaktion und Teilhabe – ob im Beruf oder im Privatleben. Der positive Einfluss eines intakten Hörsinns auf unseren Alltag ist Thema zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. So erklärt die WHO in ihrem „World Report on Hearing“, dass ein nicht medizinisch versorgter Hörverlust die Sprachentwicklung, die psychische Gesundheit, die Lebensqualität, den Bildungserfolg sowie die ökonomische Unabhängigkeit negativ beeinflussen kann.¹

Studien weisen darüber hinaus auf einen Zusammenhang von unversorgtem Hörverlust und dem Abbau der kognitiven Leitungsfähigkeit hin. Die international renommierte Lancet-Kommission zur Demenzprävention² untersucht unter anderem die Bedeutung eines unversorgten Hörverlustes im mittleren Lebensalter für eine späteren Demenzerkrankung.³

Auch wenn Beweise für einen kausalen Zusammenhang ausstehen – wissenschaftlich gut dokumentiert sind die mit einem unversorgten Hörverlust in Verbindung stehenden Risiken für das physische, soziale und emotionale Wohlbefinden: Menschen, die schlecht hören, meiden zunehmend Telefonate und Gespräche, insbesondere in Gruppen. Ein intakter oder gut versorgter Hörsinn kann vor sozialer Isolation bewahren.

97 von 100 Hörgeräte-Trägern berichten, dass ihre Hörgeräte die Lebensqualität verbessern. Für 53% der Hörgeräte-Träger verbessern Hörgeräte die Lebensqualität sogar „regelmäßig“. Laut der aktuellen EuroTrak Germany–Studie⁴ bedauern etwa 64% der Hörgeräteträger bedauern rückblickend, dass sie eine Versorgung zu lange aufgeschoben und so auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe verzichtet haben.

Die Mehrheit der befragten Hörgeräte-Träger bestätigt, dass ihr Hörsystem zu einer Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit beiträgt (70%), ihnen ein Gefühl von Sicherheit zurückgibt (64%) und Gruppenkontakte erleichtert (62%).

Menschen, die einen Hörverlust bei sich wahrnehmen, sollten daher nicht zögern, sondern sich durch einen Hörtest beim Hörakustiker oder HNO-Arzt Klarheit verschaffen. Ein HNO-Arzt identifiziert die Art der Hörminderung und verordnet eine darauf abgestimmte Therapie. In den meisten Fällen ist dies eine Hörsystemversorgung.
Gesetzlich Versicherte können in Deutschland eine Versorgung mit modernen Hörsystemen bereits ohne eigene Aufzahlung erhalten. Der Versicherte zahlt lediglich die Rezeptgebühr. Der Hörakustiker berät bei der Auswahl der richtigen Hörsysteme, gibt dem Hörgeräteträger in der Phase des Probetragens und der Eingewöhnung Tipps und passt die Hörsysteme schrittweise an die individuellen Bedürfnisse an. Anschließend bietet der Hörakustiker einen regelmäßigen Wartungs- und Reinigungsservice.

¹World Health Organisation (WHO): World Report on Hearing 2021; https://www.who.int/publications/i/item/9789240020481
²Livingston G. et al. Dementia prevention, intervention, and care. 2024 report of the Lancet standing Commission, The Lancet, Volume 404, Issue 10452, 572 – 628
³https://www.thelancet.com/infographics-do/dementia-risk
https://www.xn—initiative-hrgesundheit-jlc.de/eurotrak/eurotrak2025
  • Matthias Rudolph
    Sie kennen sicher den Spruch: Nicht sehen trennt von den Dingen, nicht hören von den Menschen! Das trifft es genau. Menschen sind soziale Wesen, sie wollen da-zu-ge-hören! Schlechtes Hören führt häufig zu sozialem Rückzug und dann oft zu Einsamkeit und Depression. Mit einer guten Hörsystemversorgung lässt sich der Teufelskreis aus schlechtem Hören, Hörstress und sozialem Rückzug sehr wirkungsvoll durchbrechen. Die Stimmung verbessert sich und die Lebensqualität steigt wieder.

    Dr. med. Frank Matthias RudolphFacharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie & stellv. Sprecher des fachlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga e.V. (DTL)

  • Bernd Strohschein Copyright
    Die Deutsche Tinnitus-Liga unterstützt den Aufruf des Welttags des Hörens zur regelmäßigen Hörvorsorge für mehr Gesundheit und Lebensfreude, da viele Tinnitus-Betroffene auch eine Hörminderung haben. Auch die Selbsthilfe fördert Gesundheit und Lebensfreude: Sie bietet Unterstützung und verhilft zu einer hohen Tinnitus-bezogenen Gesundheitskompetenz. Und die gemeinsamen Aktivitäten in der Gruppe machen viel Spaß!

    Bernd StrohscheinVorstandsvorsitzender der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL)

  • Natascha Wicht
    In unserer lauten Welt gewinnt das Zuhören an Bedeutung. Es erlaubt uns, die Stille zwischen den Worten zu verstehen und die Schönheit in den unterschiedlichen Melodien des Lebens zu entdecken– eine Gabe, die wir feiern sollten: 'Das Leben gehört gehört!'

    Natascha WichtAUDIA AKUSTIK GMBH

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