Unversorgte Hörminderung kostet die EU 185 Milliarden Euro pro Jahr

34,4 Millionen Menschen in der EU haben eine beeinträchtigende Hörminderung (≥35 dB) – rund zwei Drittel davon sind noch nicht mit Hörgeräten versorgt.

Infografik HörminderungDie aktuelle Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs“ von Prof. em. Bridget Shield, Brunel University London, beziffert die volkswirtschaftlichen Folgekosten unversorgter Hörminderung in Europa. Das Ergebnis für die EU: 185 Milliarden Euro – pro Jahr. Ursachen sind die eingeschränkte Lebensqualität und daraus resultierende Kosten für die Gesundheitssysteme in Höhe von 130 Milliarden Euro sowie Produktivitätsverluste in Höhe von 55 Milliarden Euro.

Die Zahlen für Deutschland sind gleichfalls beeindruckend: Von 5,8 Millionen Menschen (über 15 Jahre) mit einer beeinträchtigenden Hörminderung tragen lediglich 2 Millionen Hörgeräte. Die jährlichen Kosten des Versorgungsdefizits aufgrund von Produktivitätsverlusten bei betroffenen Personen im Erwerbsalter und gesunkener Lebensqualität belaufen sich auf 39 Milliarden Euro. Pro Person mit unversorgtem Hörverlust sind das 10.300 Euro jährlich.

Die 2019 veröffentlichte Studie knüpft an die erste Untersuchung von Prof. em Shield aus dem Jahr 2006 an und bestätigt den Befund, dass unversorgte Hörschäden nicht nur immense Folgen für die Volkswirtschaft haben, sondern auch für die Gesundheit und das individuelle Wohlbefinden. „Unversorgte Schwerhörigkeit belastet nicht nur die soziale Kommunikation, sondern erhöht auch das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen wie Depression oder Demenz,“ erklärt Dr. Stefan Zimmer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie (BVHI).

Menü